Review: 29Palms – SKIATHOS X – THE GREEK ST. MAARTEN

Mit der deutschen Szenerieschmiede 29Palms bekommen immer mehr griechische Szenerien Beachtung im Flugsimulator. Nach dem Erstlingswerk Mykonos ist Skiathos nun schon die zweite Inselszenerie des Entwicklers. Auch wenn Mykonos ein Erfolg war, so ist das kein Grund für Skiathos, auch einer zu sein. Doch wir werden sehen…..

 

Geografisches

 

Die Nördlichen Sporaden sind eine Inselgruppe gelegen östlich des griechischen Festlandes und gehörend zur Ägäis im Mittelmeer. Bestehend aus 122 kleinen Inseln gibt es vier Hauptinseln mit den Namen Skopelos, Alonnisos, Skyros und eben Skiathos. Letztere wiederum besteht neben der Hauptinsel aus unzähligen kleinen Halbinseln, die sich rundherum ansiedeln. Mit einer Fläche von knapp 50 Quadratkilometern befinden sich die meisten Strände im Süden der Insel, im Norden stößt man auf gebirgiges Terrain mit Spitzen von bis zu 433 Metern. Auch aufgrund der großen Abwechslung ist die kleinste bewohnte Insel der Nördlichen Sporaden besonders für Touristen attraktiv. Diese wiederum können Skiathos entweder per Boot beispielsweise von Thessaloniki erreichen, oder auch den Flughafen benutzen.

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Wie auch die Hauptstraße der Insel ist dieser nach dem auf der Insel geborenen Schriftsteller Alexandros Papadiamantis benannt, der Name Skiathos Island National Airport ist jedoch auch aktuell. Abgekürzt wird der Flughafen von Skiathos von der ICAO mit LGSK und der IATA JSI und befindet sich mit 2 Kilometern unweit südlich des Stadtkerns. Betrachtet man den Flughafen auf Luftbildern, so fällt auf, dass die einzige Bahn 02/20 von Wasser eingekesselt ist und so den Anflug sehr spannend gestaltet. Auch die knapp bemessenen 1628 Meter machen den Anflug maximal für Typen wie die Boeing 757-200 möglich.

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Diese Fakten und die Tatsache, dass knapp vor der Schwelle ein öffentlicher Strand verläuft, geben Skiathos inoffiziell den Namen „Europäisches St. Maarten“. Der Vergleich fällt hier auf den Princess Juliana Flughafen in der Karibik, der aufgrund mehrerer Videoaufnahmen von Flugzeugen im Landeanflug, die tief über die Köpfe wagemutiger Luftfahrtenthusiasten anfliegen, unangefochtene Popularität genießt. Auch über ein Instrumentenanflugsystem verfügt Skiathos nicht, was einen reinen Sichtanflug voraussetzt macht. Anfliegende Airlines sind unter anderem Alitalia aus Rom, Austrian Airlines aus Wien, Condor aus München, JAT Airways aus Belgrad, Jet Tim aus Billund, Monarch aus London und Manchester, Neos aus Mailand, FlyNiki aus Wien, Norwegian Shuttle aus Oslo-Gardermoen, Olympic Air aus Athen, Scandinavian Airlines SAS aus Stockholm, Kopenhagen, Oslo, Stavanger und Göteburg, TAROM aus Bukarest, Thomas Cook, Thomson und Transavia.

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Installation & Dokumentation

Zu beziehen ist Skiathos über den Publisher Aerosoft oder über den SimMarket. In beiden Fällen führen mitgelieferte Installer die Installation aus. Das geschieht – wie gewohnt – ohne Probleme und geht zügig vonstatten. Auch die Aktivierung im Flugsimulator geschieht automatisch, sodass die 2,2 GigaByte Szeneriemasse direkt begutachtet werden können. Vorher werfen wir jedoch noch einen Blick in den Szenerieordner, welcher nebst den Scenery und Texture-Files einen Unterordner namens „Doc“ anbietet. Was man in letzter Zeit bei so mancher Szenerie schon vermisst hatte, wurde hier wunderschön bedacht.

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Denn, umfangreiches Kartenmaterial ist ein Muss und wird hier aus der Feder der Zivilen Luftfahrbehörde Griechenlands angeboten. Neben den Charts findet sich auch ein Handbuch in englischer und deutscher Form wieder. Sechzehn Seiten geben so Aufschluss über Skiathos-“real“ und die empfohlenen Szenerieeinstellungen. Darüber hinaus findet sich eine Art FAQ mit den wichtigsten Fragen und Antworten und ein – sehr nützlicher – Flugplan der ansässigen Luftfahrtgesellschaften. Doch es gibt noch etwas zu bestaunen. Und damit meinen wir den „Skiathos X Manager“. Dieser bietet so einige Auswahlmöglichkeiten, die besonders Nutzern mit minder gut ausgestatteten PC’s so manches graue Haar ersparen kann. Denn die vielfältigen Einstellmöglichkeiten wirken sich auch auf die Bildwiederholraten aus, so kann man etwa Animationen an- und abwählen, HD-Texturen einschalten, 3D-Gras benutzen und das in dichter und normaler Ausführung. Auch Schiffe lassen sich hinzufügen, genauso wie 3D-Personen und Verkehr. Und zur ordentlichen Kulisse tragen auch einige Soundfiles bei, als auch der Terrain-Modus und der Nebeleffekt am Anfang der Bahn 02.

 

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Gebäude

 

Nachdem die Dokumentation sehr gut abgeschnitten hat, hoffen wir selbstverständlich auf eine ebenso gute Ausführung der Szenerie. Wichtiger Bestandteil sind unter anderem die Gebäude, ohne deren korrekte Einarbeitung keine Szenerie einladend wirkt. Um zu prüfen ob diese auch hier korrekt am Platz sind, startet man am Besten den Vergleich mit dem Kartenmaterial. Dieses beweist ganz klar, dass hier alles umgesetzt wurde – und das sowohl in Quantität als auch in entsprechender Qualität! Auf dem schmalen Vorfeld bieten sich gerade einmal zwei Abstellmöglichkeiten für größeres Fluggerät.

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Diese befinden sich genau vor den in L-Form angeordneten Terminals, die hier genauso gut umgesetzt wurden wie der Tower und die Feuerwache nördlich der Terminals. Selbst beim Heranzoomen tun sich keine Pixelfehler oder verschwommenen Texturen auf, dazu kommen Abnutzungsspuren an den schon in die Jahre gekommenen Fassaden, die den Realismus noch einmal ein ganzes Stück anheben. Selbst an kleinste Gebäude wie die Tankstelle oder die Bushaltestellen gegenüber des Terminals wurde gedacht, genauso wie an vereinzelte Privathäuser in Flughafennähe. Besonders auffällig erscheint die hohe Texturqualität auch auf den Dächern der Gebäude.

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Diese sind keinesfalls – wie schon oft gesehen – einfach lieblos als Pixelbrei eingefügt worden, sondern weisen eine hohe Schärfe und Detailtreue durch Einzelheiten wie Ausbesserungsstellen auf. Gebäudetechnisch bewegt sich 29Palms hier auf ganz hohem Niveau, denn selten gibt es wirklich nichts zu bemängeln!

 

Bodentexturen & Umgebung

 

Wer glaubt die Gebäude wären die einzigen Highlights, hat weit gefehlt. Nicht nur, dass die Bodentexturen eine besonders hohe Qualität aufweisen, hat die gesamte Insel ihre Umsetzung gefunden. Doch dazu später mehr.

Abnutzungsspuren sowie Gummiabdrücke säumen die Runway des virtuellen Skiathos Dazu kommen diverse Flicken auf dem Asphalt. Und auch hier fällt – wie schon bei den Gebäuden – auf, dass selbst beim Heranzoomen alles scharf bleibt. Auch harte Übergänge muss man vermissen, im Gegensatz dazu gibt der brüchige Asphalt an den Außenkanten der Rollbahnen und Taxiways einiges her. Einziges Manko hierbei ist, dass zwischen Bahn und den Anfängen des volumetrischen Gras wenige verschwommene Stellen zu finden sind. Doch das dürfte kaum auffallen, muss man doch schon sehr genau hinsehen um das zu erkennen.

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Einen etwas ulkigen Fehler betreffen die PAPI-Anfluglichter. Diese befinden sich neben der Piste, hängen aber scheinbar in der Luft. Genauso verhält es sich mit einigen Strahlern der Pistenbeleuchtung, was einige Abstriche im Realismus bedeutet. Eine Besonderheit in Skiathos ist die Tatsache, dass zwischen Vorfeld und Landebahn tiefe Abhänge liegen, die sicher ein Problem bei der Entwicklung darstellten. 29Palms hat dies jedoch sehr gut umgesetzt, einzig und allein die scharfen Kanten erscheinen ein wenig irreal. Mit Inseln wie zum Beispiel Aspronisos oder Arkos wurde nicht nur die Hauptinsel Skiathos umgesetzt, sondern auch einige unbewohnte Inseln in der Umgebung mit einbezogen. Das Luftbild deckt insgesamt etwas einhundert Quadratkilometer ab – und das in hoher Qualität.

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 Mit einem Mesh wurden so auch die topographischen Gegebenheiten berücksichtigt, dazu kommen unzählige Häuser und Gebäude im Inselraum. Besonders im tiefen Anflug gibt das ein schönes Bild ab. Und kurz vor dem Touchdown bestätigt sich auch wieder „The second St. Maarten“, denn Badegäste am Strand vor der Runway baden nicht weit entfernt von den landenden Flugzeugen.

 

 

Objekte, Nachttexturen und Performance

 

Was Objekte betrifft hat sich 29Palms auch einiges einfallen lassen. Neben Begrenzungszäunen auf dem Vorfeldbereich, lassen sich dahinter immer wieder Gepäckwägen der beheimateten Airline Olympic finden. Dazu kommen Unmengen an weiteren kleinen Details, so etwa Pylonen, Leitern, Paletten oder sogar Booten in den Einfahrten der umliegenden Wohngegenden. Und schaut man ganz genau hin, dann erkennt man sogar einen – womöglich etwas unvorsichtigen – Busfahrer, der seinen Bus über die Abhänge hinweg in der Luft schwebend auf das Flughafenareal lenkt. Hierbei handelt es sich natürlich noch um einen kleinen Bug, denn der Bus schwebt in der Luft, doch weiter schlimm ist das nicht. Begibt man sich auf den Flughafenparkplatz, so stößt man bald auf geparkte PKW, auf Parkschilder und sogar auf ein paar im Wind wehende Flaggen.

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Auch ein – der Kennung zu urteilen deutscher – Privatjet findet sich abgestellt auf dem Vorfeld und ist man gerade im Landeanflug, so sollte man Ausschau auf sich in der Umgebung befindliche Vögel halten. Ein besonderes Goodie hat sich 29Palms für den Endanflug vorbehalten, denn dort wird man ab und zu mit Nebelschwaden konfrontiert, die auch die letzten Sekunden des Fluges in ein Abenteuer verwandeln. Wer so etwas nicht mag, kann das natürlich im mitgelieferten Manager abschalten.

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Kehrt Nacht in Skiathos ein, so leistet die Szenerie sich auch hier keinen Abstrich in Sachen Qualität. Stück für Stück des Flughafenareals wurden realistisch beleuchtet, dazu kommen die lichtgefluteten Häuser der Insel, die ein interessantes Bild abgeben. Selbst an die Fahrzeuge hat man gedacht, die Behörde wird sich freuen, denn sie fahren wie vorgeschrieben mit angeschalteten Scheinwerfern. Insgesamt ist die Beleuchtung der gesamten Insel sehr stimmig, so sind etwa Gebiete mit mehr Bewohnern ganz klar mehr beleuchtet als verlassene Gebiete.

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Wer bei dieser Detailtreue wohl fürchtet, mit seinem PC keine guten Bildwiederholraten zu erreichen, dem sei gesagt, die Sorge ist unbegründet. Denn während der Tests wurden stets gute Frameraten erreicht, sodass auch hier mit einer NGX oder einem Airbus X gelandet werden kann, ohne in einer Diashow zu Enden.

 

 

Fazit

 

Mit Skiathos X hat 29Palms wieder einmal Talent bewiesen. Selten findet man noch so detaillierte Szenerien auf dem Markt die denen gleichen, wie aus der Feder 29Palms’. Ob Skiathos X zum Kassenschlager wird, wird sich zeigen, doch Potential hat es allemal. Ein paar kleine Bugs trüben das Gesamtbild nicht, und diese werden sicherlich in nächster Zeit behoben. Wir können hier nur ein großes Lob abgeben, uns bedanken und die Szenerie als echten Tipp deklarieren! Mit 22,96 Euro (€) ist auch der Preis sehr gerecht bemessen, sodass man auch hier Fairness bewiesen hat!

 

 

  Infokasten
Entwickler: 29Palms
Vertrieb: Aerosoft/SimMarket
Website: http://www.29palms.de/
Kompatibilität: FSX / Prepar3d (P3D)
Download: 1.5 GB
Preis: 22.95 €
   

 

 

 

 

 

  Pro und Contra
Pro: +Qualität+Quantität+Objektierung+Details+Umsetzungsradius
Contra: -Wenige,kleine Bugs

 

 

 

 

 

    Punkte

Modellierung

10 /10
Bodentexturen 10 /10
Luftbild 9 /10
Nacht 10 /10
Objekte 10 /10
Gebäudetexturen 10 /10
Performance 8 /10
Umgebung 10 /10
Dokumentation 10 /10
  Ergebnis: 9,7 /10

 

 

Preis/Leistung: Sehr gut!!

 

 

  Reale Daten:
Name:

Flughafen Alexandros Papadiamantis

 

IATA Code: LGSK
ICAO Code: JSI
Betreiber: Regierung
Passagiere:

230.400

Start- und Landebahn

02//20 1628 Meter

 

 

 

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